Regionales Entwicklungskonzept (REK)

Mit dem Regionalen Entwicklungskonzept „Aller-Fuhse-Aue“ hat sich die Lokale Aktionsgruppe „Aller-Fuhse-Aue“ im Januar 2015 um die Anerkennung als LEADER-Region beworben. Im April 2015 wurde die LEADER-Region „Aller-Fuhse-Aue“ offiziell anerkannt.


Das Regionale Entwicklungskonzept (REK) können Sie sich hier herunterladen.

Regionales Entwicklungskonzept
REK Aller-Fuhse-Aue Kurzfassung.pdf
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Leitbild

Aller-Fuhse-Aue – Mitmachen! Mehr wissen! Mehr tun!


Zur Umsetzung der Entwicklungsstrategie wurden fünf Handlungsfelder entwickelt:

 

Handlungsfeld 1: Naherholung, Tourismus und Kultur

 

Die abwechslungsreiche und erlebbare Natur- und Kulturlandschaft bildet den Grundpfeiler für die Entwicklung der Region „Aller-Fuhse- Aue“ in den Bereichen Naherholung, Tourismus und Kultur. Die kleinteilige Landschaftsstruktur der Region „Aller-Fuhse-Aue“ ist ein wesentliches Merkmal für eine gefühlte, hohe Lebensqualität. Der anhaltende Verbrauch von Flächen durch Siedlung, Verkehr, Wirtschaft und erneuerbaren Energien führt aber zu einem nicht unerheblichen Nutzungsdruck. Auch zwischen Naturschutz und Naherholung kommt es immer wieder zu Konflikten. Die Region „Aller-Fuhse-Aue“ will die natürlichen Lebensgrundlagen erhalten, eine hohe Lebensqualität und naturnahe Erholungsangebote sichern sowie die Kulturlandschaft als historisches Erbe bewahren. Weiterer Grundpfeiler für diese Entwicklung sind die in der Region vorhandenen, aktiven Vereine sowie die Vielzahl kultureller und gesellschaftlicher Veranstaltungen. Die Region verfügt zudem über ein gut ausgebautes Netz aus Rad- und Wanderwegen. So erhielt der Landkreis Celle 2014 einen Preis als „Fahrradfreundliche Kommune 2014“ des Landes Niedersachsen.

 

Handlungsfeld 2: Miteinander der Generationen

 

Von den Auswirkungen des demografischen Wandels sind alle betroffen: Familien, Vereine, staatliche Instanzen. Im Zuge des demografischen Wandels wird es zu einer verstärkten Vereinzelung kommen. Diese Vereinzelung wird durch das heutige Verhalten der Menschen schon stark vorangetrieben. Über das Internet wird eingekauft, Bankgeschäfte getätigt oder „soziale“ Kontakte gepflegt. Doch diese Entwicklung entspricht nicht den Vorstellungen der Menschen von einem Leben im ländlichen Raum. Mit dem ländlichen Raum wird immer noch stark der Faktor „des sich Kennens“ bzw. „des miteinander Redens“ verbunden. Für den Erhalt bzw. die Wiedergewinnung der Attraktivität der ländlichen Ortschaften in der Region „Aller-Fuhse-Aue“ sind die folgenden Punkte ausschlaggebend:

 

• attraktives Ortsbild,

 

• Treffpunkte und Begegnungsstätten,

 

• Nahversorgung,

 

• medizinische Versorgung,

 

• lebendiges Dorfleben für alle Generationen,

 

• Freizeit und Sport sowie

 

• barrierefreies Wohnen.

 

Die Zukunftsfähigkeit der Dörfer wird durch eine Vielzahl von Faktoren bestimmt: Als zukunftsrelevant sind dabei jene Merkmale, die durch ihr Vorhandensein, Nichtvorhandensein oder den spezifischen Grad ihrer Ausprägung entscheidenden Einfluss auf die Attraktivität eines Ortes als Wohnsitz und Lebensmittelpunkt haben und die das Lebensgefühl der Einwohner prägen. Die Betroffenheit der Bürgerinnen und Bürger der Region „Aller-Fuhse- Aue“ ist bezogen auf die Auswirkungen des demografischen Wandels vor allem in den kleineren Ortschaften deutlich ausgeprägt. Immer mehr örtliche Initiativen wie in Doll-bergen, Eltze oder Adelheidsdorf nehmen sich der Entwicklung ihrer Ortschaft persönlich an. Denn in diesen Ortschaften sind die Einrichtungen der sozialen Infrastruktur deutlich rückläufig oder gar nicht mehr vorhanden. Verstärkt wird diese Situation durch fehlende oder unflexible Verkehrsanbindungen (ÖPNV). Damit sinkt die Attraktivität dieser Ortschaften bzw. eine Teilhabe aller Gesellschaftsschichten am sozialen, dörflichen Leben reduziert sich. Das Spektrum für die Daseinsvorsorge der Menschen in der Region „Aller-Fuhse-Aue“ ist sehr vielschichtig. In den nächsten Jahren wird es erforderlich werden, diese Infrastrukturen anzupassen und neue Konzepte in der Versorgung zu entwickeln. Dabei kommt der Bündelung von Aufgaben eine zentrale Rolle zu. Dabei ist eine gute Daseinsvorsorge bzw. deren Erreichbarkeit für alle Altersgruppe ein wichtiges Anliegen. Die Gestaltung des demo-grafischen Wandels gelingt aber nur, wenn die Bürgerinnen und Bürger vor Ort aktiv mit-wirken. Die Förderung des bürgerschaftlichen Engagements und Kooperationen mit anderen sind dabei wichtige Bausteine. Ein wichtiger Aspekt für gute Lebensqualität ist die Nutzungsmischung. Verschiedene Funktionen wie Wohnen, Arbeiten, Freizeit, Bildung und Versorgung sollen an einem Ort zusammenkommen. Im Rahmen der Inklusion ist der Abbau von räumlichen, gesellschaftlichen und zeitlichen Barrieren ein zentrales Ziel. Bei allen Angeboten sind ein niedrigschwelliger Einstieg bzw. ein niedrigschwelliges Angebot unabdingbar.

 

Handlungsfeld 3: Regionale Wirtschaftsentwicklung und Landwirtschaft

Die Lage zwischen den Wirtschafträumen Hannover, Braunschweig und Celle bedingt eine starke wirtschaftliche Verknüpfung mit den umliegenden Zentren. Dies führt zu einer Abhängigkeit von der wirtschaftlichen Entwicklung des urbanen Raums, die nur durch Nutzung eigener Potenziale abgemildert werden kann. Nur durch eine teilweise „Abkapselung“ vom umgebenden Wirtschaftsraum ist es der Region möglich, sich eigenständig und selbstbestimmt zu entwickeln und sich zukünftig im Europa der Regionen zu positionieren. Die Region „Aller-Fuhse-Aue“ weist hohe Pendlerströme zu den umliegenden Wirtschafträumen auf, daher muss darauf geachtet werden, dass die zentralen Funktionen erhalten bleiben und die Region sich nicht zu einem reinen Wohnstandort entwickelt. Eine Stärkung der regionalen Wertschöpfungskette und eine verbesserte regionale Vermarktung können dazu beitragen, die Wirtschaftskraft zu erhöhen und gleichzeitig das Image und die regionale Identität stärken. Durch die nachhaltige Bewirtschaftung der Flächen trägt die Land- und Forstwirtschaft zudem dazu bei, die landschaftliche Vielfalt der Region und somit dessen Naherholungswert zu erhalten.

Handlungsfeld 4: Identitätsbildung

Die Städte, Gemeinden und ländlichen Ortschaften in der Region „Aller-Fuhse-Aue“ sind die Heimat der Menschen und prägen Identität und Lebensqualität der Region. Partizipation und eine breite Beteiligung sind die Grundlage, die Zukunftsaufgaben gemeinsam lösen zu können. Die Kommunen der Region „Aller-Fuhse-Aue“ wollen deshalb mit der Erarbeitung bzw. Fortschreibung ihres gemeinsamen Regionalen Entwicklungskonzeptes die Grundlage für ihre zukünftige Zusammenarbeit schaffen. Dies ist umso mehr erforderlich, um der Abwanderung zu bremsen und die Identifizierung mit der Region sowie die Attraktivität der Region nach außen zu erhöhen.

Handlungsfeld 5: Energie und Umwelt

Die Region „Aller-Fuhse-Aue“ besitzt ein hohes naturräumliches Potenzial. Durch einen nachhaltigen Umgang mit Boden und gezielten Projekten für den Natur- und Hochwasserschutz, ist die Naturlandschaft zu schützen und erlebbar zu machen. Das verträgliche Miteinander zwischen Mensch (Naherholung) und Natur steht bei der nachhaltigen Nutzung und Inwertsetzung des Gebietes im Vordergrund.